04.12.2008, 11:21 Uhr | bri
Forscher: Angst steckt an. (Foto: imago)Angst kann man riechen und zwar so, dass man sich selbst fürchtet. Forscher haben in Experimenten herausgefunden, dass der Geruch von Angstschweiß eine Angstreaktion im Gehirn auslöst. Die Forscher glauben, dass bestimmte Geruchsstoffe - so genannte Pheromone - die Überträger der Angst sind.
Wovor haben Sie Angst? Skurrile Ängste
Liliane Mujica-Parodi von der Stony-Brook-Universität in New York erforschte das Phänomen der Angst mit Hilfe von Fallschirmsprüngen: Im Dienste der Wissenschaft ließen sich Freiwillige vor einem Fallschirmsprung mit Kissen ausstatten, die sie beim Sprung unter den Achseln trugen. Für die Freiwilligen war es der erste Fallschirmsprung ihres Lebens. Demnach rechnete die Forscherin damit, dass die Springer Angstschweiß produzierten.
Nach dem Sprung extrahierten die Forscher den Duft aus den Kissen. 40 weitere Freiwillige bekamen in einem Versuchslabor diese Gerüche zu inhalieren. Dabei waren sie an einen Magnetresonanztomographen angeschlossen, wodurch die Forscher sehen konnten, was im Gehirn der Probanden passiert. Es zeigte sich: Wer Angstschweiß roch, dessen Angstzentrum im Gehirn wurde aktiv.
Ob jedoch Angstschweiß wirklich bewusste Ängste auslöst, ist unklar. Kritische Forscher schreiben den Pheromonen nur eine untergeordnete Rolle zu: Die Stoffe wirken nur, wenn es eine wirkliche Gefahr gebe. Es sei nicht möglich, allein durch Geruchstoffe unbewusst manipuliert zu werden, heißt es beim Wissenschaftsdienst wissenschaft.de.
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