10.08.2011, 09:36 Uhr | dpa-tmn
Wer im Alter aktiv bleibt, kann Alzheimer verzögern, sagen Forscher. (Foto: imago)
Auch im Alter noch körperlich und geistig fit zu sein ist ein Wunsch, den wohl jeder hat. Der Erlanger Psychologieprofessor Wolf D. Oswald sagt jetzt: "Neue Forschungsergebnisse aus Deutschland, den USA und Kanada zeigen eindeutig, dass eine rechtzeitige Alzheimer-Prävention den Eintritt der Krankheit zwar nicht verhindern, aber um Jahre hinauszögern kann und viele damit den Krankheitseintritt nicht mehr erleben." Zwar ist diese Ansicht in der Fachwelt nicht unumstritten, dennoch raten alle Experten zu mehr Aktivität im Alter, um dem geistigen Verfall vorzubeugen.
Seit mehr als 20 Jahren leitet Oswald ein Forschungsprojekt über Bedingungen zur Erhaltung von Selbstständigkeit im höheren Lebensalter (SimA). Fazit seiner wissenschaftlichen Untersuchungen: Der Krankheitseintritt von Alzheimer lässt sich um fünf bis zehn Jahre verzögern, wenn man körperlich und geistig aktiv bleibt. "Die Betonung liegt dabei auf dem 'und'." Weder Gedächtnisförderung allein noch Bewegung und Sport allein zeigten diesen präventiven Effekt. Erst wenn täglich beides zusammenkomme, lasse sich Alzheimer verzögern, so Oswald.
Oswald empfiehlt, täglich zwei Kilometer zu gehen und geistige Routine zu meiden. "Dazu gehört, dass man wieder im Kopf rechnet, sich bewusst etwas merken will, Neues ausprobiert, ein Ehrenamt übernimmt", sagt der Experte. Wem das zu schwierig sei, der könne auch einfache Trainingsprogramme zur Vermeidung von Alzheimer anwenden. So empfiehlt Oswald, täglich die Zeitung zu nehmen und in einem Artikel immer zwei Buchstaben, zum Beispiel "a" und "n" so schnell wie möglich anzustreichen. Eine andere Möglichkeit ist, nach der Zeitungslektüre so viele Details wie möglich aufzuschreiben, an die man sich gerade noch erinnern kann.
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Wer Koordination, Wahrnehmung und Gleichgewicht schulen will, kann täglich Übungen mit einem Luftballon machen. Fünf Minuten reichen. Schubsen Sie zum Beispiel einen Luftballon mit dem Daumen Ihrer rechten Hand hoch und fangen ihn mit dem Zeigefinger Ihrer linken Hand auf. Dann wechseln Sie systematisch die Finger durch. Diese Übungen erscheinen sehr einfach, der vorbeugende Effekt ist laut Oswald aber durch neue epidemiologische Studien aus den USA gestützt.
Auch für den Leiter der "Memory Clinic" in der Asklepios-Klinik Hamburg-Harburg, Markus Preiter, ist Aktivität das beste Rezept für geistige Fitness - vorausgesetzt, der Patient ist nicht schon an Alzheimer erkrankt. "Leider gibt es keine überzeugenden Vorbeugungsstrategien vor der Krankheit - weder medikamentös noch durch spezielle Trainingsprogramme", sagt Preiter und relativiert die Einschätzung von Wolf D. Oswald. "Auch intensives Gedächtnistraining schützt nicht zuverlässig vor der Krankheit." Preiter, der auch stellvertretender Chefarzt des Zentrums für seelische Gesundheit in der Harburger Asklepios-Klinik ist, weist daraufhin hin, dass das Gehirn nicht wie ein Muskel trainiert werden könne. "Ich kann nicht erkennen, dass die Patienten, bei denen wir eine Alzheimererkrankung diagnostizieren, regelmäßig diejenigen sind, die ihre geistigen Kapazitäten in den Jahren vor dem Krankheitsbeginn vernachlässigt haben", erläutert Preiter. "Vom Langzeitarbeitslosen bis zum Hochschulprofessor ist da alles vertreten."
Wertvoller als ausgeprägtes Gedächtnistraining ist für ihn, dass Ältere den Kontakt zu anderen nicht abreißen lassen. "Das Anregendste für Menschen ist der andere Mensch. Unser Gehirn ist ein Beziehungsorgan, und der Kontakt mit anderen regt uns an und hält uns geistig fit", sagt Preiter. Sein Tipp lautet daher: "Raus aus dem Sessel und nicht in den eigenen vier Wänden ausharren." Der Mediziner widerspricht auch der verbreiteten Ansicht, es gebe eine Art "Alterstüddeligkeit". Zwar sei bekannt, dass mit zunehmendem Alter manche Denkprozesse langsamer funktionieren, jedoch sei Vergesslichkeit immer ein Warnzeichen für den möglichen Beginn einer Demenz. Eine Abklärung beim Hausarzt, Nervenarzt oder in spezialisierten Fachzentren sei dann ratsam.
Quelle: dpa-tmn
Politolix schrieb:
am 16. November 2011 um 09:18:17
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Pharmaindustrie
Aufgrund psychischer Erkrankungen verdient die Industrie Milliarden.Dabei ist umstritten, ob Medikamente gegen z. B.
Depression überhaupt helfen.Manche Nebenwirkungen werden sogar unterschätzt.
Langsam hat man den Eindruck , dass wir zu einer Gesellschaft werden in der EMOTION gleich KRANK bedeuten könnte.Tatsache ist,dass mehr Psychotherapie auch im Alter helfen könnte, manche Erkrankung zu vermeiden.Demenzkranke schlecht versorgt sind, umfassende Alltagsbegleitung u. Therapie zu kurz kommt.
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jochen schrieb:
am 13. August 2011 um 20:57:15
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Mc Fit der Pensionär mit 57
Der Pensionär mit 57 hat sicherlich nach vielen Berufsjahren seine Rentenbeiträge selbst eingezahlt, die keine
Steuergelder sind. Er hat außerdem seinen Arbeitsplatz für jüngere Leute frühzeitig frei gemacht.Von Steuergeldern profitieren nur die Personen, die keinen Bock auf Arbeit haben, von dieser Sorte gibt es auch genug. Wer sich intensiv um Arbeit bemüht und auch arbeitswillig ist, der ist nicht vom Vaterstaat abhängig und kann seine spätere Rentenzeit selbst absichern.
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Körperwelten schrieb:
am 12. August 2011 um 21:54:23
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kann
Man könnte auch regelmässig den Eimer Putzwasser leer saufen . Da hilft nichts . Auch wenn man versuchen würde am Tag einmal einen
Orientierungslauf zu machen . Hilft auch nicht .
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