10.08.2011, 10:18 Uhr | cme
Angehörige erkennen Alzheimer oft schon vor den Betroffenen selbst. (Foto: imago)
Die eigene Mutter verwechselt Namen von Bekannten oder vergisst Termine: Wenn die Vergesslichkeit mit dem Alter zunimmt, stellen viele sich die Frage: Ist das vielleicht Alzheimer? US-Wissenschaftler haben jetzt einen Fragenkatalog entwickelt, mit dem Angehörige die Anzeichen der Krankheit frühzeitig erkennen können. In einem Versuch mit 250 Personen war die Methode sogar zuverlässiger als ein Demenz-Screening beim Arzt.
Die US-Forscher der Washington University stellten Angehörigen von Patienten acht Fragen über die Betroffenen. Sie fragten unter anderem, ob das Interesse an Hobbys nachgelassen habe und ob die Betroffenen Fragen oder Aussagen ständig wiederholen. Zudem wurde gefragt, ob die Betroffenen plötzlich Termine vergessen und den Überblick über die eigenen Ausgaben verloren hatten. Der Verdacht auf Alzheimer besteht den Wissenschaftlern zufolge bei den Patienten, deren Angehörige zwei oder mehr Fragen mit "Ja" beantworten können.
"In wenigen Minuten kann man so kostengünstig erheben, wer weitere Untersuchungen zur Abklärung braucht", sagt Studienleiter James Galvin. Die Methode scheint äußerst verlässlich zu sein. In dem Versuch mit 250 Personen war die Fragemethode weit treffsicherer als ein Demenz-Screening beim Arzt, bei dem sich Patienten etwa Wörter oder Objekte merken sollen. Das zeigte eine Biomarker-Untersuchung im Anschluss an die Tests.
Die Befragung der Angehörigen wird für Ärzte immer wichtiger. "Menschen mit Demenz verhalten sich fremden Personen – etwa dem Arzt – gegenüber oft anders als im Alltag", sagte Birgitta Martensson von der Schweizerischen Alzheimervereinigung gegenüber der Agentur Pressetext. "Angehörige und nahe Freunde durchschauen viel eher, wenn Betroffene ihre Probleme ignorieren oder verheimlichen", so die Experten. Dass Patienten ihre Symptome verbergen, sei verständlich. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige wissen, worauf sie achten müssen. Auch Schweizer Forscher der Universität Basel haben kürzlich einen Fragenkatalog für Angehörige entwickelt.
Obwohl es für Alzheimer noch keine Heilung gibt, hat ihre möglichst frühe Diagnose große Bedeutung. Martensson berichtet, dass Patienten im Rückblick die Phase vor der Diagnose als ihre schlimmste Zeit bezeichnen. "Erst wer über seine Diagnose Bescheid weiß, kann Information und Hilfe holen und etwa medikamentöse oder nicht-medikamentöse Therapien in Anspruch nehmen, die den Verlauf verzögern", so Martensson. Ausschließen könne man durch die Abklärung zudem Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie etwa Altersdepression oder Hirntumor.
Was viele Menschen vor einer Alzheimer-Diagnose zurückschrecken lässt, sind die vielen Missverständnisse rund um die Krankheit. "In den Köpfen schwirren die Symptome im Spätstadium, etwa dass Bekannte zu Unbekannten werden oder Verhaltensstörungen massiv werden. Zwischen Ausbruch und Endstadium liegen jedoch meist viele Jahre, in denen Patienten noch entscheidungs- und handlungsfähig sind, ohne fremde Hilfe leben und oft sogar neue Aktivitäten aufnehmen. Zudem erleben viele das Endstadium der Demenzkrankheit gar nicht, weil sie vorher an einer anderen Alterskrankheit sterben", betont Martensson.
cme
Werner-Mommo schrieb:
am 2. Februar 2011 um 21:07:34
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Demenz
Vor vielen Jahren habe ich die Bekanntschaft mit dieser Krankheit gemacht und sie ist sehr ernst zu nehmen. Meine Schwiegermutter
erkrankte daran und um dahinter zu kommen braucht man schon kompetente Ärzte und Therapeuten, man selber kann das garnicht beurteilen. Die ganze Geschichte hat dann bis zum Tod ca. 10 Jahre gedauert und war ein Abschied von der Mutter zu Lebzeiten und nicht erst mit dem Tod. Meine Schwiegermutter wußte auch nicht mehr unsere Namen und wär wir waren. keine Fragen mehr?
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Ich bin es nochmal schrieb:
am 4. Oktober 2010 um 14:17:42
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@Sonja
Das kann ich nicht nachvollziehen. Meine Oma hatte in lichten Augenblicken sich sehr über ihre Vergesslichkeit beschwert. Sie war
dann immer deswegen sehr deprimiert und hatte furchtbare Angst gehabt, dass sie (ihr O-Ton) "doof" wird. Für mich war es dann immer sehr frustrierend, dass man die Demenz nicht stoppen oder rückgängig machen konnte und ich ihr nicht helfen konnte. Trotz Therapieversuche und Medikamente ging es immer weiter bergab in die Umnachtung.
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Reinhard schrieb:
am 4. Oktober 2010 um 13:43:40
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