01.06.2011, 08:33 Uhr | dpa, cme
Alkohol: Auch kleine Mengen schaden dem Gehirn. (Foto: imago)
"Schlechte Nachrichten für alle, die sich gerne das eine oder andere Gläschen gönnen - selbst eine kleine Menge Alkohol ist wie ein Faustschlag für das Gehirn", berichtete Lingmei Kong von der Medizinischen Universität im chinesischen Shantou. Für die Studie wurden junge, gesunde Frauen und Männer im Alter zwischen 20 bis 35 Jahren untersucht. Ermittelt wurden dabei die Auswirkungen von geringen und hohen Mengen Alkohol.
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Das Ergebnis: Selbst geringe Alkoholmengen veränderten Stimmung und Verhalten der Testpersonen. Sie waren niedergeschlagen, sprachen schneller, wirkten aufgeregt und litten unter Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Ihnen war 0,45 Gramm Alkohol pro Kilo Körpergewicht verabreicht worden. Das entspricht bei einer 60 Kilogramm schweren Person etwa einem halben Liter Bier.
Die Testpersonen, denen eine hohe Alkoholdosis verabreicht worden war, zeigten den Angaben zufolge Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Übelkeit und Niedergeschlagenheit und waren benebelt. Sie hatten Probleme, ihre Bewegungen zu kontrollieren und zu koordinieren. Die Dosis, die dieser Gruppe verabreicht wurde, betrug 0,65 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht bei einer 60 Kilogramm schweren Person etwa 0,4 Liter Wein oder knapp einem Liter Bier.
"Wir untersuchten die akuten Effekte von geringen und hohen Alkoholdosen via Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)", sagte Dr. Lingmei Kong auf dem Treffen von rund 3.200 Neurologie-Experten aus aller Welt. Mit dem DTI-Verfahren konnten die Forscher den Rausch, also die Veränderungen im Gehirn nach akutem Alkoholkonsum, sichtbar machen. "Mit konventioneller Kernspintomographie konnten wir bei keiner der Testpersonen irgendeine Abweichung feststellen, mit DTI hingegen schon", erläuterte Lingmei Kong.
Die chinesischen Forscher konnten zeigen, dass Thalamus und Frontallappen - zwei Regionen im Gehirn - bei akutem Konsum von Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränken empfindlicher reagierten als andere Gehirnareale. Möglicher Trost: "Die Wiederherstellung der DTI-Parameter innerhalb von drei bis vier Stunden nach dem Trinken könnte ein Hinweis darauf sein, dass niedrige wie hohe Alkoholmengen die Gehirnfunktionen zwar sofort beeinträchtigen, aber nicht dauerhaft schädigen", berichtete Lingmei Kong.
Laut einer Empfehlung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) riskieren Männer ihre Gesundheit, sobald sie täglich mehr als 24 Gramm reinen Alkohol täglich zu sich nehmen. Bei Frauen ist bereits 12 Gramm zu viel. Das entspricht bei Männern rund einem halben Liter Bier oder einem Viertelliter Wein mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt, bei Frauen ist es entsprechend die Hälfte. Für chronisch kranke Menschen liegen die Risikowerte noch darunter. Und auch wenn die Richtwerte eingehalten werden, sollte man mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche einlegen, so die Empfehlung.
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dpa, cme
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