30.11.2009, 15:12 Uhr | cme
Auch in einer festen Partnerschaft kann man sich mit HIV infizieren. (Foto: Archiv) "Aids? Betrifft mich nicht - ich lebe doch in einer festen Partnerschaft." So oder ähnlich denken viele Menschen über eine HIV-Infektion. Doch laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stecken sich viele Menschen gerade in einer festen Beziehung an. Denn viele Paare schützen sich zwar am Anfang ihrer Beziehung mit Kondomen. Mit zunehmender Vertrautheit rückt jedoch der Gedanke an Aids in weite Ferne. Ist eine HIV-Infektion immer noch tödlich? Und warum ist Küssen ungefährlich? Anlässlich des Welt-Aids-Tages beantworten wir zehn Fragen rund um die Krankheit.
Ist Aids noch tödlich? Was Sie über HIV und Aids wissen sollten
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Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland derzeit rund 67.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, mehr als zwei Drittel davon sind Männer. Jedes Jahr gibt es hierzulande rund 3.000 neue Ansteckungen. Zwar gelten homosexuelle Kontakte unter Männern noch immer als Hauptübertragungsweg des HI-Virus. Doch etwa jede fünfte Infektion erfolgt durch heterosexuelle Kontakte zwischen Männern und Frauen. Viele Singles schützen sich bei Affären oder One-Night-Stands mit Kondomen. Doch als Paar wiegt man sich oft schon nach wenigen Wochen in trügerischer Sicherheit. Denn den Partner nach einem HIV-Test zu fragen, fällt vielen Menschen schwer. Die zweite Möglichkeit, sich innerhalb einer Partnerschaft zu infizieren, ist ein Seitensprung.
Ein Grund für die Sorglosigkeit der Menschen ist die Tatsache, dass die Zahl der verstorbenen Infizierten seit Jahren sinkt. Die Todesrate sank von 650 im Jahr 2008 auf 550. Grund dafür sind bessere Therapien: Wer frühzeitig Medikamente nimmt, kann den Ausbruch von Aids um Jahre oder sogar Jahrzehnte hinauszögern. Manche Infizierte leben ähnlich lange wie gesunde Menschen. Heilbar ist die Krankheit allerdings bis heute nicht.
So sorglos viele Menschen sind, solange sie in Ungewissheit leben, so unsicher werden sie, wenn sie einen HIV-Infizierten kennenlernen. Nicht alle wissen über die Übertragungswege Bescheid. Das HI-Virus wird fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr (Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr) übertragen. Denn nur im Blut sowie in Samen- oder Scheidenflüssigkeit ist der Erreger in nennenswerter Menge enthalten. Weitere Infektionsmöglichkeiten sind gemeinsam benutzte Spritzen, zum Beispiel bei Drogenabhängigen, sowie während Schwangerschaft oder Stillzeit eine Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind. Kein Risiko besteht hingegen bei normalen Hautkontakten sowie beim Küssen. Denn der Speichel enthält nur eine sehr geringe Virenkonzentration. Nur bei Verletzungen im Mund besteht theoretisch ein Infektionsrisiko. Außerhalb des Körpers stirbt der Erreger sehr schnell ab, weshalb man sich weder im Schwimmbad noch an gemeinsam benutzten Gegenständen wie Handtüchern oder Besteck anstecken kann.
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