01.02.2011, 08:16 Uhr | dpa
Aerobic hilft gegen Vergesslichkeit (Foto: imago)
Aerobic ist gut für das Gehirn - das hat eine Studie ergeben. Wer jede Woche ein leichtes Training absolviert, kann einen bestimmten Teil des Gehirns vergrößern und einem schleichenden Gedächtnisverlust entgegenwirken. US-Forscher berichten in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften von diesem Ergebnis. Demnach ist es auch im fortgeschrittenen Alter noch sinnvoll, mit Sport zu anzufangen.
Bei älteren Menschen schrumpft der Hippocampus im Gehirn - das ist die Region, die an allen wesentlichen Gedächtnisprozessen beteiligt ist - um ein bis zwei Prozent im Jahr. Das passiert sowohl bei gesunden als auch kranken Menschen. Damit verschlechtert sich die Denkleistung allgemein. Außerdem hat man ein höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Dass dieser Vorgang jedoch nicht unausweichlich ist, zeigten die Forscher um Krik Erickson von der University of Pittsburgh in ihrer Untersuchung an 120 Personen zwischen 55 und 80 Jahren.
Nach dem Zufallsprinzip wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine der Gruppen erhielt dreimal wöchentlich ein Aerobic-Training, die andere absolvierte regelmäßig Dehnübungen. Nach einem Jahr war eine bestimmte Region des Hippocampus in der Aerobic-Gruppe um etwa zwei Prozent größer geworden. In der Stretching-Gruppe hingegen war diese Region um etwa 1,4 Prozent geschrumpft. Ihre Untersuchung bestätige die bisherigen Beobachtungen, dass der Hippocampus im Schnitt um ein bis zwei Prozent pro Jahr schrumpft, schreiben die Forscher. Ein Zuwachs um zwei Prozent durch ein einjähriges Trainingsprogramm bedeute damit quasi ein Gewinn an Hippocampus-Volumen von ein bis zwei Jahren.
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Die Tests zeigten außerdem, dass die Aerobic-Gruppe nach Abschluss des Versuchs bessere Gedächtnisleistungen als zu Beginn hatte. Mit der Zunahme des Hippocampus-Volumens stieg auch der Gehalt eines bestimmten Moleküls, des so genannten BDNF (brain-derived neurotrophic factor). Dieses Molekül wird mit Lern- und Gedächtnisprozessen in Verbindung gebracht. Es ist beteiligt an der Neubildung von Nervenzellen und lässt neue Fortsätze an den Nervenzellen wachsen, die für die elektrische Reizübertragung notwendig sind. "Bisher glaubten wir, dass das Schrumpfen des Hippocampus im späteren Leben unausweichlich sei", sagt Erickson. Man habe aber gezeigt, dass schon ein gemäßigtes Training für ein Jahr diese Struktur vergrößern kann. Das Gehirn bleibt also auch in höherem Alter veränderbar.
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dpa
Lara S. schrieb:
am 2. Februar 2011 um 13:49:03
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Interessante Ergebnisse!
Grund genug, endlich seinen inneren Schweinehund zu bezwingen und loszulegen. Es ist grotesk, wie ungesund der
Durchschnittsdeutsche lebt - sei er nun Bürokaufmann/frau oder StudenInt: Überall geht es ums Sitzen und Arbeiten oder Lernen. Selbst die kleinen Kinder zwingt man dazu, zehn Stunden am Tag zu sitzen. Wenn das nicht verblödet?!
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