02.06.2010, 15:11 Uhr | Marco Krefting, dpa
Jeder zweite Deutsche hat Übergewicht. (Foto: imago)
Die Deutschen werden fetter. Sie essen zu viel, zu fett, zu süß und bewegen sich zu wenig. Viele kämpfen mit Diäten und Hungerkuren gegen das Übergewicht - ein Teufelskreis. Mehr als jeder zweite Erwachsene war 2009 übergewichtig. Bei der letzten Erhebung, vier Jahre zuvor, waren es knapp unter 50 Prozent. Singles gelten seltener als zu dick, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Rechenmethode, mit der die Statistiker auf ihre Werte kommen, ist jedoch umstritten.
Offenbar schlägt sich auch die Ehe auf der Waage nieder: 56 Prozent der ledigen Männer und 69 Prozent der ledigen Frauen haben nach Angaben der Statistiker Normalgewicht. Dagegen sind fast sieben von zehn verheirateten oder verwitweten Männern zu dick. Auch Witwen (58 Prozent) und Ehefrauen (46 Prozent) sind öfter übergewichtig als ledige Frauen. Bei ihnen ist es nur jede Vierte. Wer einen Partner hat, lässt sich also hängen. "Wer nicht mehr heiraten muss, nimmt sich nicht mehr zusammen" - so sagt es Christoph Klotter, Ernährungspsychologe an der Fachhochschule Fulda.
Außerdem seien Menschen genetisch veranlagt, viel Fettiges und Süßes zu essen. "Unsere Vorfahren brauchten das zum Überleben. Wir sind heute aber nicht mehr vom Hunger bedroht." Außerdem erfordere unsere Umgebung heutzutage oft kaum noch Bewegung. Rolltreppen und Aufzüge erparen uns sogar das Treppensteigen.
Auch das schlanke Schönheitsideal ist nach Meinung des Experten gefährlich: "Es begünstigt Übergewicht." Diäten seien meist erfolglos, sie mündeten oft in Essstörungen oder Fettleibigkeit. Hinzu kommen soziale Probleme. "Je schlechter man gestellt ist, desto dicker wird man", sagt Klotter. Wer Karriere machen wolle, müsse dünn sein. "Wer aber keine Chance hat, isst." Deutliche Unterschiede in Sachen Übergewicht gibt es bei den verschiedenen Altersgruppen. Etwa ein Viertel der 20- bis 24-Jährigen ist übergewichtig. Dagegen sind drei Viertel der 70- bis 74-jährigen Männer und knapp zwei Drittel der Frauen dieses Alters zu dick
Die Statistiker werteten Daten aus dem Mikrozensus 2009 aus. Übergewicht wurde dabei nach dem Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, der aus Körpergewicht und Größe ermittelt wird. Von gesundheitsgefährdendem Übergewicht spricht die Weltgesundheitsorganisation ab einem BMI von 30. Bedenklich ist schon ein BMI von 25. Das trifft etwa auf einen 1,80 Meter großen Erwachsenen ab 81 Kilogramm zu. Ab 97 Kilogramm gilt er als stark übergewichtig. "Die BMI-Berechnung steht aber massiv in der Kritik, weil sie keine gute Datengrundlage hat", sagt Klotter. Selbst die Weltgesundheitsorganisation verwende sie mit diesem Hinweis. Beim BMI wird nicht zwischen Fett und Muskelmasse unterschieden. Da Muskeln schwerer sind als Fett, kann das zu Fehldeutungen führen. Experten sind sich außerdem einig, dass der BMI bei Kindern wenig Aussagekraft hat.
Dass die Deutschen trotz angeblichen Gesundheits- und Fitness-Trends weiter zunehmen, sieht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gelassen. "Die meisten Maßnahmen sind langfristig angelegt. Natürlich greift nicht alles sofort. Und bis sich das in den Daten niederschlägt, wird es noch dauern", sagt Sprecherin Antje Gahl.
Quelle: dpa
Tafelesser schrieb:
am 2. Juni 2010 um 19:31:14
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dicke Deutsche
liegt bestimmt am ungesunden Tafelessen für sozial schwache, so vergiftet man diese Leute regelrecht
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uzzi schrieb:
am 2. Juni 2010 um 19:31:12
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Fett
Schon mal was von Bewegung, Wohlbefinden und Gesundheit gehört. Fühlt sich besser an wie 30 Kilo Fett.
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Baldur schrieb:
am 2. Juni 2010 um 19:31:03
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Irrsinn
Neulich habe ich von einer Studie gelesen, die besagt, dass mäßig Übergewichtige eine höhere Lebenserwartung haben als Menschen
mit "Normalgewicht". Die logische Schlussfolgerung ist dann ja wohl, dass mit dem "Idealgewicht" etwas nicht stimmen kann. Ich selbst hatte viele Jahre Normal- bzw. leichtes Untergewicht und war häufig erkältet. Seit ich etwas kräftiger bin, bin ich deutlich weniger anfällig. Meiner Meinung nach, liegt das echte Idealgew. ca. 15% höher als behauptet wird.
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