
08.04.2010, 10:27 Uhr | Christian Teevs/ spiegel-online
Horst Lichter wirbt für Maggi. (Foto: Neste)
In ihren Shows predigen Fernsehköche wie Alfons Schuhbeck und Horst Lichter Frische und Qualität. Zugleich machen sie aber Werbung für Tütensuppen und Würzmischungen. Verbraucherschützer von Foodwatch kritisieren: Die Küchenchefs dienen den Lebensmittelfirmen zur Imagepflege - und täuschen die Kunden. Wie genau das aussieht, sehen Sie in unserer Fotoshow im Kasten links unter dem Bild.
Bei den "Kochprofis" hat Martin Baudrexel Fertigprodukte gerne direkt in der Mülltonne entsorgt. Erfolglosen Restaurantbesitzern gab der Fernsehkoch in der RTL2-Sendung dann den Rat, lieber auf frische Zutaten zu setzen - statt auf Tütensuppen und Gewürzmischungen. Doch nicht gegen alle Fertigprodukte scheint der Münchner Starkoch etwas zu haben. So wirbt Baudrexel für die Fertigsahne "Rama Cremefine zum Kochen" von Unilever. Laut Foodwatch eine "Mischung von Milch, Wasser und Pflanzenfett", die zum Beispiel in der Geschmacksrichtung "3 Pfeffer mit Zitrone" auch "Aroma aus dem Labor und zahlreiche Zusatzstoffe enthält". Die Verbraucherorganisation nennt Rama Cremefine daher eine "Kunst-Sahne mit Kunst-Geschmack".
Auch andere Fernsehköche nehmen es mit ihren hohen Ansprüche nicht ganz so genau: Sie werben für Fertigprodukte, obwohl sie in ihren Sendungen und Büchern die Bedeutung natürlicher, frischer Zutaten preisen. Alfons Schuhbeck etwa. Der Sternekoch macht Werbung für die "Duett Champignon Creme Suppe" von Escoffier - mit dem Spruch "Meine beste Empfehlung". Foodwatch hat das Produkt für seinen Negativ-Preis "Goldener Windbeutel 2010" nominiert - und kritisiert: "Hier wird gewöhnliche Industrieware inklusive jeder Menge Zusatzstoffe und hochgradig lebensmitteltechnologisch veränderten Zutaten mithilfe eines bekannten Sternekochs zu stolzen Preisen als 'Feinschmecker-Produkt' verkauft." Der Nimbus des Sternekochs weihe das Produkt und suggeriere eine besondere Qualität, "Verbraucher werden getäuscht und abgezockt".
Der Foodwatch-Vorwurf: Die Zutaten würden sich wenig von einer Standard-Tütensuppe unterscheiden, dafür sei die "Duett Champignon Creme Suppe" drei- bis viermal so teuer. Das Produkt wird in zwei Dosen verkauft. In einer befindet sich das Pulver, in der zweiten wird das Wasser zum Anrühren gleich mitgeliefert. Schuhbeck gab auf Anfrage von Spiegel online zunächst keine Stellungnahme ab. Im vergangenen Sommer sagte der Sternekoch zu der Kritik von Foodwatch, er berate Escoffier lediglich hinsichtlich "Trends, Geschmack und individueller Verfeinerungsmöglichkeiten" und habe mit der Herstellung oder der Preisgestaltung nichts zu tun.
Auch Martin Baudrexel fühlt sich zu Unrecht kritisiert. Er habe sich "bis ins letzte Detail" über das Produkt informiert, sagt seine Managerin Manuela Ferling. Baudrexel sei "ein absoluter Frischefanatiker und würde für nichts Werbung machen, was Geschmacksverstärker oder sonstige schädliche Substanzen enthält". Rama Cremefine sei jedoch einfach lecker, erleichtere das tägliche Kochen, und darum habe er sich guten Gewissens dafür entschieden. Zur Foodwatch-Kritik, dass es sich um "Kunst-Sahne mit Kunst-Geschmack" handle, sagt Ferling: "Das kann man überspitzt so sagen. Doch immer mehr Leute verzichten beim Kochen ganz auf Sahne, weil sie zu viel Fett enthält. Cremefine ist da eine gute Alternative." Unilever-Sprecher Merlin Koene hält die Foodwatch-Kritik ebenfalls für unberechtigt. Auf Anfrage von Spiegel online sagte er: "Rama Cremefine ist die leichte Alternative zu Sahne, Créme fraîche und Co." Um technische und ernährungsphysiologischen Vorteile umzusetzen, würden Mischungen aus pflanzlichen Fetten und Milch eingesetzt - zudem pflanzliche Emulgatoren und Stabilisatoren.
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Zwei weitere Kollegen von Schuhbeck und Baudrexel machen ebenfalls Werbung für Fertigprodukte: Horst Lichter wirbt für "Maggi Moderner Kochen" von Nestlé, Alexander Herrmann für "Knorr Bouillon Pur" von Unilever. Die Produkte enthalten jeweils Hefeextrakt, das zwar laut Gesetz nicht als Geschmacksverstärker gekennzeichnet werden muss - aber die Substanzen Glutamat, Inosinat und Guanylat enthält. "So lassen sich Geschmacksverstärker unter anderem Namen in das Produkt schmuggeln", kritisiert Foodwatch-Sprecher Martin Rücker. Auf die Frage, wie sein Engagement für Maggi zu seinem Image als Fernsehkoch passe, sagte Lichter dem Spiegel im vergangenen Jahr: "Auch heute kann sich nicht jeder leisten, was glücklich gestorben ist. Kollegen, die immer auf Frische bestehen, haben eben oft auch das Geld dazu." Er sei "nie der kompromisslose Bio-Prophet" gewesen.
Foodwatch kritisiert: Lichter werbe nicht nur für Tütensuppen, sondern auch für "Würzmischungen, die aus Stärke, Tomatenpulver, Salz und Aromen bestehen". Selbst wenn man Lichters Logik folge, mache eine Fertigwürzmischung aus dem Hause Maggi das Kochen noch nicht billiger, denn die "frischen Zutaten", also Fleisch oder Gemüse, benötige man immer noch. Für einen Kommentar zur Foodwatch-Kritik war Lichter nicht zu erreichen. Sein Sprecher teilte aber mit, dass der Werbevertrag mit Maggi in Kürze auslaufe. Das bestätigt auch Nestlé - und weist die Kritik von Foodwatch zurück: "Hefeextrakt ist kein Zusatzstoff, sondern ein Lebensmittel", das von Natur aus Glutamat enthalte. Aufgrund des bouillonartigen Geschmacks werde Hefeextrakt zum Würzen von Lebensmitteln verwendet.
Hermann, der ebenfalls in den ZDF-Sendungen "Die Küchenschlacht" und "Lanz kocht" auftaucht, sagte 2007 der "Welt": "Nicht die Dose, sondern Gewürzmischungen mit Glutamat, Industriearomen und Farbstoffen verderben den Geschmackssinn." Er bereite sein Brühpulver daher selbst aus frischem Gemüse zu. "Das ist garantiert frei von jeglichen Zusatzstoffen und leicht nachzumachen." Doch nun wirbt Herrmann für die Brühwürfel Knorr Bouillon Pur ("schmeckt wie selbst gemacht"), die es in den Geschmacksrichtungen Gemüse, Huhn und Rind gibt. Letztere Sorte enthält laut Foodwatch neben Hefeextrakt auch Aroma und die Verdickungsmittel Xanthan (E415) und Johannisbrotkernmehl (E410). "Genau die Zutaten also, die laut Herrmann den Geschmackssinn verderben", wirft ihm Rücker vor.
Christian Teevs/ spiegel-online
Brutus schrieb:
am 8. April 2010 um 19:37:00
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Soßen
Mal angenommen ihr bereitet im Lokal für das Wochenende 150 Portionen Schweinebraten vor. Mit was zaubert ihr die dazugehörende Soße ?
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Hobbykoch schrieb:
am 8. April 2010 um 19:32:22
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Köche
Ich koche leidenschaftlich gerne, auch manche Rezepte aus den Kochshows mit ganz normalen Zutaten und wenns aus Zeitgründen nicht
reicht auch mal mit Fertigsossen. Schmeckt trotzdem. Das Getue das die meistens haben und die Klugscheißerei vom Schubeck hab ich dick. Wie gesagt, ich lass mich von den Rezepten anregen und dann bastel ich.
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Claus schrieb:
am 8. April 2010 um 19:23:04
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tv köche
Mir fällt das schon lange auf dem Wecker.Jeden Tag die blöden Kochshows,Sind die Leute nicht mehr in der Lage selbst ein eigenes
Essen zu machen.Und für diesen mist muss ich die Zutaten auch noch mit meinen Fernsehgebühren mit finanzieren.Es wird langsam Zeit das die Leute wieder selbständiger werden,und einmal selbst ein Essen auf den Tisch bringen.Ganz zu schweigen,was diese köche uns an Gagen kosten.
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