09.11.2009, 13:31 Uhr | Interview: Tanja Zech / Mai 2007
Hans-Jörg Brekle und Bernhard Finkbeiner haben frag-mutti.de ins Leben gerufen. (Foto: Martin Pudenz)Was ist denn da bloß in der Buchhandlung los? Die beiden jungen Autoren, die ihr Buch "Frag Mutti" vorstellen wollen, stehen mit Küchenschürzen an einem Klapptisch, auf dem allerlei Haushaltsutensilien aufgereiht sind. Statt des Buches halten sie Spülmittel und Putzlappen in den Händen. Dann werfen sie auch noch die Bohrmaschine an. Hans-Jörg Brekle und Bernhard Finkbeiner, Gründer des populären Internetportals frag-mutti.de und nun auch Buchautoren, führen nützliche Haushaltstipps vor - und fordern die Zuschauer zum Mitmachen auf. Eine Lesung der anderen Art in der Buchhandlung Gondrom in Offenbach. Die Lifestyle-Redaktion von t-online.de schaute sich einige Tricks ab und nutzte die Gelegenheit zu einem Interview.
Hilfe für den Alltag ZehnTipps von frag-mutti.de
"Weiß jemand, wie man Edelstahlflächen blitzsauber kriegt?", fragen die beiden Experten in die Runde. Eine Dame macht's zuhause immer mit einem Putzlappen und Spüli. "Na, dann zeigen Sie das doch mal." Schon bekommt sie ein Tuch und Spülmittel in die Hand gedrückt. Beherzt beginnt sie zu rubbeln. "Da sind aber noch Streifen zu sehen", nörgelt ein schnauzbärtiger Herr aus dem Hintergrund. Er hätte einen Edelstahlreiniger verwendet. Aber vielleicht klappt's ja auch chemiefrei mit der Haushaltswunderwaffe Zitrone? Der kritische Herr darf es testen und bekommt eine Zitronenscheibe in die Hand gedrückt. "Davon wird's auch nicht sauberer", erkennt er. Jetzt ist der Rat einer erfahrenen Hausfrau gefragt. Vielleicht die ältere Dame mit der rosa Bluse? Sie schwört auf ein trockenes Papiertuch, aber auch das bringt nicht den gewünschten Erfolg. Hans-Jörg Brekle und Bernhard Finkbeiner haben einen sicheren Tipp parat: "Wenn Sie eine Edelstahlspüle haben, geben Sie einen Tropfen Babyöl - aber nicht zu viel - auf ein Tuch und polieren die Fläche. Das glänzt!"
t-online.de: Welche Haushaltstricks habt Ihr denn heute hier vorgeführt?
Bernhard Finkbeiner, Hans-Jörg Brekle: Wir haben Ketchupflecken mit Hilfe von Zitrone, und Kaugummi mit Eisspray und Messer von einem Teppich entfernt, dann haben wir mit einem Briefumschlag als Staubfänger ein Loch gebohrt und schließlich Edelstahl mit Babyöl poliert - wobei wir herausgefunden haben, dass es auch mit Glasreiniger prima funktioniert.
t-online.de: Eure Website www.frag-mutti.de ist ja ein riesiger Erfolg. Jetzt gibt es das Buch dazu. Welche Tipps habt Ihr ins Buch übernommen?
Bernhard Finkbeiner: Natürlich hatten wir viel mehr Tipps, als wir unterbringen konnten. "Frag Mutti" sollte kein reiner Ratgeber sein, davon gibt es schon genug, eher ein unterhaltsames Sachbuch. Es ist ja nicht nur Haushaltsbuch, sondern erklärt auch, was man beachten muss, wenn man von zuhause auszieht. Das ist der rote Faden. Es gibt also auch Tipps zu Wohnungssuche, Anmeldung bei Behörden, Renovieren und Einrichten.
t-online.de: Dann ist "Frag Mutti" eine Art Survival-Guide für Junggesellen?
Hans-Jörg Brekle: Ja, das könnte man so sagen. Aber wir bekommen sogar Mails von Hausfrauen, die auch noch was dazugelernt haben. Das Buch spiegelt unsere eigene Geschichte. Wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass man sich viele Dinge erst erarbeiten muss, wenn man die erste eigene Wohnung bezieht.
Bernhard Finkbeiner: Es sind Geschichten eingeflossen, die wir selbst erlebt oder erzählt bekommen haben. Zum Beispiel von einem Professor, der Wäsche waschen wollte, aber kein Waschpulver mehr hatte. Also hat er einfach Spülmittel genommen. Natürlich hat das enorm geschäumt, der Schaum quoll sogar aus der Maschine und breitete sich in der Wohnung aus. . .
t-online.de: Kann man mit so tollen Haushalts- und Kochtipps Frauen beeindrucken?
Beide (einstimmig):Nein.
Hans-Jörg Brekle: Aber es kommt auf jeden Fall besser an als die Macho-Schiene.
Bernhard Finkbeiner: Es ist heutzutage schon wichtig, dass sich auch die Männer im Haushalt auskennen.
t-online.de: Wie finden denn Eure Mütter das Projekt "frag-mutti.de"? Und was sagen sie dazu, dass Ihr jetzt richtige Haushaltsexperten geworden seid?
Hans-Jörg Brekle: Meine Mutter hat keinen Internetanschluss und kennt die Website www.frag.mutti.de gar nicht. Aber sie findet es gut, dass wir diese Plattform geschaffen haben. Ab und zu frage ich sie immer noch um Rat.
Bernhard Finkbeiner: Ja, wir sind ja trotzdem noch keine Profis. Meine Mutter fand die Idee witzig und hat anfangs oft auf die Webseite geschaut, aber inzwischen reagiert sie fast ein bisschen gelangweilt.
t-online.de: Am Sonntag ist Muttertag.Was werdet Ihr Euren Müttern schenken?
Hans-Jörg Brekle: Mir ist eben spontan eingefallen, dass ich ihr mal wieder was häkeln könnte, wie in Kindertagen.
t-online.de: Habt Ihr nach dem großen Erfolg von "Frag Mutti" schon das nächste Projekt in Planung?
Bernhard Finkbeiner: Immer wieder bekamen wir die Anregung "macht doch auch mal www.frag-vati.de". Das haben wir gemacht, die Seite ist inzwischen im Internet. Dort sammeln wir nun Tipps zu den Themen wie Heimwerken, Auto, Sport, Finanzen, Grillen, Alkohol - naja, und vielleicht Frauen.
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Interview: Tanja Zech / Mai 2007
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